Zecken

Das erwachsene Weibchen (rechts oben) ist zwischen 3 bis 5 mm groß. Für den Menschen sind die 1 bis 1,5 mm großen Nymphen (unten) am gefährlichsten. Die bis zu 0,5 mm großen Larven (Mitte) sind für den Menschen ungefährlich. Quelle: www.zecken.deZecken übertragen Erreger. Das macht sie so gefährlich. So gelangen insbesondere die Krankheiten Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) über die kleinen Spinnentiere zum Menschen.

Die übliche Zeckensaison reicht von März bis November. In milden Wintern können sie aber auch außerhalb dieser Periode aktiv sein.

Zecken sitzen vorwiegend in Wäldern mit Unterholz: auf Büschen und Gräsern, und nicht – wie vielfach angenommen – auf Bäumen. Dort haften sie und warten auf einen neuen Wirt: ein Tier oder einen Menschen. Erwachsene Zecken klettern auf eine Höhe von anderthalb Metern, Nymphen bis 50 Zentimeter und Larven bis 25 Zentimeter.

Aktiv werden Zecken ab einer Temperatur von etwa 7°C. Zwischen 14 und 23°C und bei einer Luftfeuchtigkeit um 90 Prozent fühlen sie sich besonders wohl. Sie bevorzugen daher feuchte Jungwälder, Gebiete um Seen und Flüsse, Waldlichtungen und Waldränder, aber auch Freibäder, Spiel- und Sportplätze sowie den Garten.

Gefährdet sind vor allem Menschen, die sich beruflich oder in ihrer Freizeit viel im Freien, in Wäldern, Wiesen und Parkanlagen aufhalten. Also Waldarbeiter, Kinder, Camper, Wanderer und Gartenbesitzer.

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Borreliose

Bis zu 240.000 Menschen infizieren sich pro Jahr in Deutschland mit Borreliose, zwischen 60.000 und 80.000 erkranken an Borreliose. Sie wird durch Bakterien – die Borrelien – ausgelöst. Inzwischen ist bundesweit fast jede dritte Zecke mit Borreliose infiziert. Eine Impfung gibt es noch nicht.

Der beste Schutz vor einer Borreliose ist das frühzeitige Entfernen der Zecken. Denn eine Infektion erfolgt erst rund 12 bis 24 Stunden nach Saugbeginn.

Hat man sich infiziert, treten in einigen Fällen zunächst ringförmige Hautrötungen um den Zeckenstich sowie Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und erhöhte Müdigkeit auf. Die Symptome ähneln denen eines grippalen Infekts. Das macht die Diagnose für Laien schwierig. Bei Verdacht sollten Sie deshalb unbedingt einen Arzt aufsuchen. Je früher die Infektion entdeckt wird, umso besser lässt sie sich mit Antibiotika behandeln.

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

FSME ist eine Virus-Erkrankung. Sie geht mit grippeähnlichen Symptomen, Fieber und bei einigen Patienten einer Hirnhautentzündung einher. Die Gefahr, nach einem Zeckenstich zu erkranken, wächst: In den deutschen FSME-Gebieten sind bis zu fünf Prozent der Zecken infiziert. Anders als bei der Borreliose, infizieren die FSME-Viren die gebissene Person sofort.

Gegen FSME gibt es eine Impfung. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt sie allen, die in einem Risikogebiet leben oder dorthin reisen. Da die Schwere der Erkrankung mit zunehmendem Alter steigt, sollten sich vor allem ältere Menschen impfen lassen. Für eine vollständige Grundimmunisierung gegen FSME wird dreimal innerhalb eines Jahres geimpft. Soll kurzfristig ein Impfschutz aufgebaut werden, kann auch dreimal innerhalb von 21 Tagen geimpft werden. Dann ist jedoch eine weitere Impfung nach 12 bis 18 Monaten ratsam. Lassen Sie die Impfung alle drei Jahre auffrischen. Die Krankenkassen übernehmen in Risikogebieten die Kosten. Aber auch in den anderen Bundesländern lohnt es sich nachzufragen. Die Impfung führt jeder Hausarzt aus.

Schutz beim Waldspaziergang

Aufenthaltsorte der Zecke meiden:  Gehen Sie nicht durch Gebüsch, Unterholz oder hohe Gräser. Bleiben Sie auf lichten und vegetationsarmen Waldwegen. Rasten Sie nicht am Waldrand, an Heuhaufen und im dichten Unterholz.

Geschlossene und helle Kleidung tragen: Bedecken Sie die Haut so gut wie möglich. Tragen Sie feste Schuhe – keine Sandalen – sowie lange Hosen und Hemden mit langen Ärmeln. Auf heller Kleidung erkennen Sie Zecken leichter.

Zeckenschutzmittel verwenden: Neben käuflichen Mitteln gibt es auch Naturstoffe wie Lavendel- und Nelkenöl, die das Risiko eines Zeckenbefalls vermindern sollen. Träufeln Sie die Öle auf Schuhe und Strümpfe.

Kleidung und Körper absuchen: Suchen Sie nach einer Wanderung während der Zeckensaison möglichst bald Ihre Kleidung und den ganzen Körper ab. Vorsicht: Junge Zecken sind sehr klein (0,5 mm) und zwischen den Haaren nur schwer zu erkennen. Wechseln Sie die Kleidung, vor allem Strümpfe.

Haustiere schützen: Suchen Sie Ihren Hund oder Ihre Katze nach einem Aufenthalt im Freien unbedingt auf Zecken ab. Schützen Sie sie durch geeignete Mittel aus der Apotheke oder vom Tierarzt. Hunde und Katzen können ebenfalls an Borreliose erkranken.

Vorsicht im Garten: Dulden Sie auf dem eigenen Grundstück so wenig Mäuse wie möglich. Für sie sind Gärten mit Komposter ein Paradies. Benutzen sie deshalb geschlossene Komposter. Rastplätze von Vögeln sollten nicht über Terrassen sein: Vögel schütteln Zecken ab.

Zecken entfernen

Möglichst schnell: Je früher Sie die Zecke vom Körper entfernen, desto geringer ist die Gefahr einer Infektion. Es dauert mindestens ein bis zwei Stunden, oft auch bis zu zwölf Stunden, bis der Saugakt und damit die Krankheitsübertragung beginnt.

Vorsichtig heraushebeln: Entfernen Sie die Zecke mit einer Zeckenzange, Zeckenschlinge, Zeckenkarte oder den Fingernägeln. Packen Sie sie dabei an ihrem Saugrüssel unmittelbar an der Hautoberfläche und hebeln Sie sie vorsichtig heraus. Achtung: Auf keinen Fall quetschen. Das erhöht das Infektionsrisiko. Und: Niemals die Zecke mit Öl, Klebstoff oder Creme vor dem Entfernen ersticken. Nach dem Entfernen waschen Sie die Stichstelle und desinfizieren Sie sie mit Alkohol.

Aktuelle Informationen über die Zeckenaktivität in Deutschland erhalten Sie unter www.zecken.de oder www.zeckenwetter.de.