Eichenprozessionsspinner

Foto: Eichenprozessionsspinner, FVA, Abteilung WaldschutzBeim Eichenprozessionsspinner ist Vorsicht angesagt: Die Raupe des Schmetterlings richtet nicht nur Fraßschäden an ihrem Wirtsbaum an. Ihre feinen Härchen sorgen beim Menschen für gesundheitliche Beschwerden. Bei Berührungen lösen sie allergische Reaktionen aus: Knötchen, Quaddeln, Hautentzündungen.

Erkrankung und Behandlung

Die Haare der Raupen halten sich an der Haut, aber auch an Kleidern und Schuhen und lösen bei Berührungen stets neue toxische Reaktionen aus. Die fast unsichtbaren Brennhaare dringen leicht in die Haut und Schleimhaut ein und setzen sich dort mit ihren Häkchen fest.

Gesundheitliche Beschwerden können während des gesamten Jahres entstehen. Für den Menschen gefährlich sind die Haare des dritten Larvenstadiums, also im Mai und Juni.

Die Hautreaktionen halten unbehandelt oft ein bis zwei Wochen an. Meist sind alle Hautbereiche betroffen, die nicht bedeckt waren. Die Haut- und Schleimhauterscheinungen können mit Kortisolpräparaten behandelt werden. Gegen den Juckreiz helfen Antihistaminika.

Eingeatmet reizen die Haare Mund- und Nasenschleimhäute. Bronchitis bis hin zu Asthma können die Folge sein. Hier wirken Kortisonsprays und Sprays mit Bronchien erweiternden Mitteln. Selten ist eine stationäre Behandlung notwendig.

Begleitend treten Allgemeinsymptome wie Schwindel, Fieber, Müdigkeit und Bindehautentzündung auf. In Einzelfällen neigen überempfindliche Personen zu allergischen Schockreaktionen.

Verbreitung

In einigen Bundesländern hat die früher seltene Schmetterlingsart stark zugenommen: in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Brandenburg.

Der Eichenprozessionsspinner besiedelt eichenreiche Wälder, bevorzugt an trockenen und lichten Orten. Sie treten jedoch auch am Waldrand oder an Einzelbäumen auf, etwa an Straßen, in Parks und auch in städtischen Gebieten. In Trockenjahren kann es auch zu Massenvermehrungen kommen.

Die Raupe lebt gesellig und geht in Gruppen wie in einer Prozession auf Nahrungssuche, daher der Name.

Schutzmaßnahmen

Befallsgebiete meiden: Vor allem im Mai und Juni sollten Sie Gebiete mit Eichenprozessionsspinnern meiden.

Haut schützen: Bedecken Sie Nacken, Hals, Unterarme und Beine.

Nicht anfassen: Berühren Sie die Raupen oder gar Gespinste nicht. Verzichten Sie auf Holzernte- oder Pflegemaßnahmen, solange Raupennester erkennbar sind.

Kleiderwechsel und Reinigung: Nach auch nur einem möglichen Kontakt mit den Raupenhaaren ziehen Sie sich umgehend um und waschen Sie sich gründlich; inklusive den Haaren.

Fachmann hinzuziehen: Nur Fachleute sollten einen Befall bekämpfen.